Ziegler-Jahrestagung 2018

Deutsche Ziegelindustrie trifft sich in Heidelberg

Zur diesjährigen Jahrestagung trafen sich die deutschen Ziegler vom 6. bis 8. Juni 2018 in Heidelberg.
Mit gut einem Dutzend Veranstaltungen der verschiedenen Verbände und Vereine konnte man schon von einem Sitzungsmarathon sprechen. Perfekt organisiert wurde die Gemeinschaftsveranstaltung in diesem Jahr vom Güteschutz Ziegel Süd e.V.
Parallel zur ganztägigen Sitzung des Arbeitskreises Mauerziegel starteten am Mittwoch die Fachverbände Nord und NordWest sowie das Ziegelzentrum NordWest mit Ihren Mitgliederversammlungen.
Das beherrschende Thema bei der Mitgliederversammlung der ArGe Zweischalige Wand e.V. war die sehr erfolgreiche Fritz-Höger-Preis-Verleihung 2017 in Berlin. Mit 604 Einreichungen aus 26 Ländern hat sich die Einreichungsquote im Vergleich zur Verleihung 2008 (322) nahezu verdoppelt. Aus den 78 nominierten Projekten wurden sieben Preisträger ausgewählt, das Preisgeld betrug insgesamt 10000 €. Nach der Preisverleihung startete die große Wanderausstellung an mehreren deutschen Hochschulen. Derzeit werden noch Sponsoren aus der Ziegelindustrie gesucht, um die Ausstellung an weiteren Hochschulstandorten präsentieren zu können. Mit der Mitgliederversammlung des Keramlabors endete der fachliche Teil des ersten Tages.
Am Abend bestiegen die Teilnehmer dann gemeinsam ein Ausflugsschiff. Bei herrlichen Ausblicken ging es zuerst bergauf, vorbei an Neckargemünd, um die beeindruckenden Burgen links und rechts des Neckars zu bewundern. Dabei bot sich ausreichend Gelegenheit zum Fachsimpeln. Nachdem das Schiff mehrere Staustufen bergauf und bergab überwunden hatte, bot eine Panoramafahrt an Heidelberg vorbei einen schönen Blick auf die malerische Altstadt mit der Schlossruine.
 
Branche hat ein gemeinsames Ziel vor Augen
Am Donnerstagmorgen startete dann der Bundesverband der Deutschen Ziegelindustrie e.V. mit seiner Mitgliederversammlung. Stefan Jungk, Präsident des Verbandes, begrüßte als Ehrengäste unter anderem Dieter Schultheiß, Ernst K. Jungk, Dr. Ronald Rast, Geschäftsführer DGfM, und Martin Roth, ehemaliger Geschäftsführer des Verbandes.
2017 war für die einzelnen Ziegelprodukte ein sehr unterschiedliches Jahr. Während die Mauerziegel mit einem Anstieg der wertmäßigen Produktion (+5,9 %) vom Neubau profitierten, musste die Dachziegelindustrie eine Stagnation (+0,4 %) feststellen.
Gemeinsam ist das Ziel, mit dem Bundesverband eine starke Interessenvertretung der Branche in Berlin und Brüssel zu haben. Jungk betonte, dass die Ziegelindustrie vor großen Herausforderungen stehe: sei es der europäische Emissionshandel, ein nationales Klimaschutzgesetz, der fehlende Fachkräftenachwuchs sowie vieles mehr. Der Präsident freute sich, mit dem Umzug des Verbandes nach Berlin eine noch bessere politische Schlagkraft entfalten zu können. Nun stehen die Optimierung und der perspektivische Ausbau der Aktivitäten in den einzelnen Ziegelsparten auf dem Programm. Er appellierte an seine Zieglerkollegen, dass all das die Unterstützung einer geschlossenen Gemeinschaft braucht.
Der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes, Dr. Matthias Frederichs, gab danach einen Überblick über die Situation des Verbandes. Mit dem Umzug konnte die Mitarbeiterzahl von zwölf auf zehn reduziert werden, ohne wesentlichen Know-how-Verlust. Mit Juliane Nisse, Leitung Normung und Technik, für den Bundesverband und Kai Naumann, Leitung Bauphysik, für die ArGe Mauerziegel konnten zwei neue kompetente Mitarbeiter gewonnen werden. Frederichs stellte den Zuhörenden die Ergebnisse des Koalitionsvertrages für die Schwerpunkte Energie/Klima und Wohnungsbau vor. Anschließend informierte er über die Aufgaben und Herausforderungen der Branche. Gemeinsame Grundlage aller Sparten sei der Rohstoff. Die Bedeutung der industriellen Basis soll weiter hervorgehoben und die Schlagkraft der Ziegler durch engere Kooperationen mit den Bündnispartnern erhöht werden. Der Bundesverband wird sich als zentrale Stimme der Branche in Berlin etablieren. Es ist notwendig, den Konsolidierungskurs ohne Tabus konsequent fortzusetzen. Der Verband wird sich auf fünf Tätigkeitsschwerpunkte konzentrieren:
– produktionsbezogene Themen (u. a. Energiekosten, Emissionshandel)
– nachfragerelevante Themen (u. a. Wohnungsbau, Bestandssanierung)
– Normung und Anwendungstechnik (u. a. Bauphysik, Bauordnungsrecht, BIM)
– Tarifpolitik (u. a. Entgeltrahmen/ Manteltarifvertrag)
– Presse- und Öffentlichkeitsarbeit (u. a. Jahresbericht, Website, Relaunch)
 
Des Weiteren wird sich der Bundesverband an Studien zum Thema Wohnungsbau beteiligen. Die Aktion „Impulse für den Wohnungsbau“, als zentrales Sprachrohr gegenüber der Politik, soll gestärkt und eigene Ansätze sowie imagefördernde Fachthemen sollen stärker positioniert bzw. artikuliert werden. Dazu gehört u.a. die Entwicklung einer Nachhaltigkeitsinitiative der Ziegelindustrie, auch die Themen Recycling und Ressourceneffizienz stehen im Fokus.
Für 2018 erwartet der Bundesverband, trotz eines schwachen 1. Quartals, dass sich der Aufschwung fortsetzt. Mittelfristig geht er von einer sinkenden Dynamik am Bau aus. +1% lautet die Prognose für Ziegel gesamt in 2018.
Zum Abschluss dankte Dr. Matthias Frederichs den Direktmitgliedern und Landesverbänden für die gute Zusammenarbeit sowie deren positives Feedback. Auch dem neuen Team galt der Dank für eine hervorragende Arbeit in Berlin. Die nächste Mitgliederversammlung des Bundesverbandes ist für den 23./24. Mai 2019 in Berlin geplant.
 
Güteschütz Ziegel verabschiedet Ulrich Strüber als Vorsitzenden
Auf der Mitgliederversammlung des Güteschutz Ziegel e.V. gab Ulrich Strüber, Jacobi Tonwerke, einen Überblick über das Jahr 2017, das inzwischen das dritte erfolgreiche Jahr der gemeinsamen Arbeit von Güteschutz Ziegel und Güteschutz Ziegel Süd gewesen ist.
Geschäftsführer Frank Pohle informierte über die weitere Arbeit des Vereins, der 93 Mitglieder zum 4. Juni 2018 vereinte, von denen 73 % Mauerziegel, -klinker und Pflasterklinker, 17 % Dachziegel und 10 % Sonderprodukte herstellen. 2017 wurden rund 1 250 Zertifikate für Produktprüfungen ausgestellt, davon allein ca. 1050 für Mauerziegel und Klinker. Der Verein arbeitet mit sechs anerkannten Prüfstellen und einer mitgegründeten Zertifizierungsstelle zusammen. Pohle informierte auch über die vom Verein organisierten Informationsveranstaltungen für Qualitätsbeauftragte.
Ralf Borrman, Röben Tonbaustoffe, dankte Ulrich Strüber für seine Tätigkeit als Vorstandsvorsitzender des Güteschutz Ziegel e.V.: Er habe den „Güteschutzgedanken wesentlich geprägt“. Strüber, der seit 2002 im Güteschutz tätig ist, hatte die Position des Vorstandsvorsitzenden von 2014 bis 2018 inne und stellte sich nun aus Altersgründen nicht mehr zur Wahl. Er appellierte an seine Kollegen: „Halten Sie den Güteschutz hoch, er ist ein gutes Mittel, um nach außen zu zeigen, dass wir Qualität produzieren.“ Neuer Vorstandsvorsitzender wurde Ralf Borrmann.
Am Nachmittag standen dann noch zwei interessante Führungen auf dem Plan. Die Teilnehmer informierten sich im Rahmen einer Altstadtführung bzw. einer architektonischen Entdeckungsreise durch Heidelbergs Altstadt über die Stadt am Neckar.
 
20 Jahre für den Güteschutz Ziegel Süd: Hubert Thater übergibt Staffestab
Auch beim zweiten Güteschutzverein der Ziegelindustrie gab es einen Wechsel in der Vorstandsspitze. Hubert Thater stellte sich nach 20 Jahren als Vorstandsvorsitzender ebenfalls nicht mehr zu Wahl. Er freute sich, dass in seiner Amtszeit sowohl die Fusion mit dem Güteschutz Süd-West als auch die Zusammenarbeit mit dem Güteschutz Ziegel erfolgreich gemeistert wurde. Er dankte allen Mitarbeitern des Güteschutz und seinen Kollegen für die gute Zusammenarbeit. Bei der anschließenden Neuwahl wurde Markus Wiest, Ziegelwerk Bellenberg Wiest, zum neuen Vorstandsvorsitzenden gewählt.
Christoph Keller, Geschäftsführer Güteschutz Ziegel Süd e.V., berichtete über die Tätigkeit des Verbandes, der sein 65. Jubiläum feiern kann und 38 Mitglieder mit 42 Werken hat.
 
Wer engagiert sich mit für die Hochschularbeit?
Diese Frage stellte Thomas Thater, Ziegelwerk Klosterbeuren, seinen Zieglerkollegen, die sich noch nicht beim Ziegel Zentrum Süd e.V. engagieren, auch im letzten Jahr. Die Gewinnung neuer Mitglieder steht 2018 wieder auf dem Plan.
Aktuell hat der Verein 17 Mitglieder. Neben der Hochschularbeit lobt das Zentrum auch den Deutschen Ziegelpreis aus, der 2019 erneut verliehen wird. Neben der direkten Zusammenarbeit mit 28 Hochschulen sind die jährliche Professoren-Tagung und -Exkursion ein weiteres Highlight der Arbeit. Synergieeffekte werden auch für die Initiative Lebensraum Ziegel genutzt, z.B. bei der Organisation der Pressereise. Waltraud Vogler, Geschäftsführerin des Ziegel Zentrum Süd, stellte in ihrer Präsentation die vielen Arbeitsschwerpunkte vor und verwies auch auf die erstellte Broschüre „Bauen mit Ziegeln“.  
Auch beim Ziegel Zentrum standen Neuwahlen an. Martin Schmid, Ziegelwerk Schmid, löste Thomas Thater als Vorstandsvorsitzenden ab.
 
Bayerischer Ziegelindustrie-Verband verstärkt Öffentlichkeitsarbeit
Auf der letzten Mitgliederversammlung wurde mit Peter Hülsen, Bereichsleiter Politik & regionale Kommunikation, ein neuer Mitarbeiter des Bayerischen Ziegelindustrie-Verbandes vorgestellt. Ziel der neuen Stelle ist es, die Öffentlichkeitsarbeit zu stärken.
 
Bundesverband der Deutschen Ziegelindustrie e.V.
www.ziegel.de

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