Potenzial des Dachausbaus stärker nutzen

Statement zur Messe „Dach + Holz“ von Dr. Matthias Frederichs, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Ziegelindustrie.

Die „Dach + Holz“ als Spitzentreff der internationalen Dachbranche in Köln präsentiert die ganze Vielfalt der Gewerke und Produkte, auch die Dachziegel der deutschen Hersteller. Dass diese schwere Jahre hinter sich haben, ist kein Geheimnis: Zum einen liegt dies am Trend zum Flachdach bei Neubauten, zum anderen an der unbefriedigenden Sanierungsqoute bei Altbauten und zum dritten am nicht genutzten Ausbaupotenzial im Steildachbereich. Es ist höchste Zeit, Investitionshemmnisse abzubauen. Leider bietet der gerade ausgehandelte Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD hier zu wenig. Dr. Matthias Frederichs, Bundesverband der deutschen Ziegelindustrie e.V. (Foto: Christoph Große)

Dr. Matthias Frederichs, Bundesverband der deutschen Ziegelindustrie e.V. (Foto: Christoph Große)
Sanierung
Die Sanierungsquote stagniert seit Jahren konstant bei circa einem Prozent pro Jahr. Zur Erreichung der Klimaschutzziele brauchen wir aber nahezu eine Verdoppelung. Sowohl die im Koalitionsvertrag vereinbarte steuerliche Förderung als auch die Abschreibungsmöglichkeiten (AfA) greifen zu kurz. Neben der nur unzureichenden Finanzausstattung muss die Politik auch bei der Förderkulisse insgesamt nachbessern. Es fehlt an einer langfristigen Perspektive, die Planungssicherheit für Verbraucher und Investoren schafft.
 
Dachaufstockung
Das Potenzial für Dachsanierung, Ausbau und Aufstockung ist enorm. Wie groß tatsächlich ermittelt derzeit das Forschungsinstitut für Wärmeschutz (FIW) im Auftrag des Bundesverbands der Deutschen Ziegelindustrie. Die Ergebnisse der Studie erwarten wir für April. Schon jetzt liegen die Vorteile auf der Hand: Dachausbau und Aufstockung schaffen bezahlbaren Wohnraum und verbessern gleichzeitig die Energieeffizienz des gesamten Gebäudes. Es fallen keine Grundstückskosten an, es wird kein zusätzliches Bauland benötigt, Grünflächen bleiben unversiegelt. Diese Art der Nachverdichtung ist gerade in Zeiten von fehlendem bezahlbarem Wohnraum unverzichtbar. Leider bleiben die wirtschaftlichen Anreize zur Kompensierung des Mehraufwands unzureichend, Regelungen beispielsweise zu Abstandsflächen, Stellplatzpflichten oder zum Brandschutz schrecken derzeit eher ab, als dass sie zu Investitionen anregen. Hier brauchen wir dringend ein koordiniertes Vorgehen von Bund, Ländern und Kommunen.
 
Bundesverband der Deutschen Ziegelindustrie e. V.
www.ziegel.de

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