Leipfinger-Bader kombiniert Wärmerückgewinnung mit Abluftreinigung

Mit hohen Investitionen in Energie- und Umwelttechnik beschreitet der mittelständische Ziegelhersteller Leipfinger-Bader (Vatersdorf) neue Wege bei der Wärmerückgewinnung. Auf die vormals installierte Zweiturmanlage folgen jetzt eine Dreiturm-Abluftreinigungsanlage und ein zusätzlicher Wärmetauscher. Die Inbetriebnahme erfolgte am 29. Mai durch den bayerischen Umweltminister Dr. Marcel Huber.

Individuelle Energie- und Umwelttechnik

Die neue Energie- und Umwelttechnik bei Leipfinger-Bader ist individuell an die Bedürfnisse des Unternehmens angepasst. Dabei entspricht die Abluftreinigung auch zukünftigen Ansprüchen an den Umweltschutz und nutzt die Wärmeenergie effektiv. Die regenerative thermische Oxida­tionsanlage (RTO) besteht aus drei Wärmetauscherblöcken, die übereinander zu einer Einheit kombiniert sind. Durch zyklisches Umschalten werden diese abwechselnd von Roh- beziehungsweise Reingas durchströmt. Die Reinigung des Rohgases erfolgt durch einen Verbrennungsprozess, nachdem die Abluft zuvor erhitzt worden ist. Nach der Abkühlung verlässt sauberes Reingas die Anlage. Während des Vorgangs in den ersten beiden Kammern wird der dritte Teil der Abluftreinigungsanlage gespült, um eine gleichbleibend hohe Effi­zienz zu gewährleisten.

Effektive Nutzung von Wärmeenergie

Die eigentliche Innovation des Systems besteht in der besonderen Kombination aus Wärmerückgewinnung und Abluftreinigungsanlage. Dank eines zusätzlichen Wärmetauschers kann die Prozesswärme, die durch den Reinigungsvorgang frei wird, nutzbar gemacht werden. Dabei strömt das Reingas durch den Tauscherblock und gibt seine Wärmeenergie an die kalte Frischluft ab, die durch die Rohre des Wärmetauschers fließt. Diese erzeugte Wärmeenergie wird in der Produktion zum Trocknen der Unipor-Mauerziegel verwendet. Auf diese Weise gewährleistet die neue Anlage einen doppelten Energiegewinn: Sie benötigt keine fossilen Brennstoffe mehr für den eigenen Betrieb und gibt gleichzeitig Prozesswärme ab, die für den Trocknungsvorgang genutzt werden kann. Leipfinger-Bader rechnet dadurch, alleine am Durchlauftrockner über 90 % Heizöl einsparen zu können. Die Gesamtersparnis an fossilen Brennstoffen entspricht rund 35 % des bisherigen Bedarfs. „Mit der neuen Energie- und Umwelttechnik sind wir bestens für die Zukunft gerüstet und gewinnen gleichzeitig Energie, die sonst ungenutzt bleiben würde. Bei einem angenommenen Wirkungsgrad von 90 % kalkulieren wir, damit etwa 1 200 kW/h zu erhalten“, erklärt Geschäftsführer  Thomas Bader. Das Unternehmen erwartet zudem, die CO2-Emissionen um 2 500 t/Jahr reduzieren zu können.

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