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25. Eurosymposium: Keramisches Fachwissen für die Zukunft

Über 60 Fachleute aus der gesamten Keramikbranche trafen sich am 18. und 19. Mai 2022 zum 25. Eurosymposium in Meißen wieder. Die Freude unter Teilnehmern und Organisatoren war groß, denn coronabedingt musste die Veranstaltung in den vergangenen zwei Jahren ausfallen.

Dr. Jens Petzold, Geschäftsführer des Keramik-Instituts, eröffnet das 25. Euro-Symposium.
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Dr. Jens Petzold, Geschäftsführer des Keramik-Instituts, eröffnet das 25. Euro-Symposium.
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Geschäftsführer Dr. Jens Petzold wies die Teilnehmer in seiner Eröffnungsansprache auf die Bedeutung des Austausches über keramisches Fachwissen für die zukünftige Entwicklung von Technik und Wirtschaft hin.

Der Oberbürgermeister der Stadt Meißen, Olaf Raschke, rief in seinem Grußwort den Teilnehmern die enge Verknüpfung in Erinnerung, die seit hunderten von Jahren zwischen der Stadt Meißen und der keramischen Industrie und Forschung besteht.

Der erste Fachvortrag, gehalten von Annet Hümmer, Stephan Schmidt KG, behandelte Rohstoffe und Nachhaltigkeit in der keramischen Industrie. Dabei ging sie auf den Beitrag von Rohstofflieferanten wie auch von Rohstoffnutzern zur Förderung der Nachhaltigkeit ein.

Mathias Koza, Sunfire GmbH, stellte das Elektrolyseverfahren vor, mit dem sein Unternehmen grünen Wasserstoff und grünes Synthesegas erzeugt, und gab einen Ausblick auf die Potenziale und Hürden bei der Serienfertigung von Elektrolyseuren.

Volles Haus: Mehr als 60 Experten und Fachleute haben teilgenommen.
© KI Keramik-Institut GmbH

Volles Haus: Mehr als 60 Experten und Fachleute haben teilgenommen.
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Im letzten Fachvortrag des ersten Tages stellte Dr. Volkmar Lankau, CeraFib GmbH, oxidkeramische Faserverbundwerkstoffe vor. Dank integrierter keramischer Fasern weisen sie deutlich höhere Widerständigkeit gegenüber mechanischen und thermischen Spannungen auf. Dies erlaube Anwendungen, die mit monolithischen Materialien nicht möglich sind.

Im Anschluss an die Vorträge führte das traditionelle Abendprogramm des ersten Symposiumstages die Teilnehmer in die älteste Porzellanmanufaktur Europas, die Staatliche Porzellan-Manufaktur Meißen. Neben einer Führung durch die Schauwerkstatt nahmen die Besucher die Ausstellung zum „Richard-Bampi-Preis 2022“ sowie die Museumausstellung in Augenschein. Zum Tagesausklang genossen die Teilnehmer Abendessen und Blick über die Dächer der Stadt.

Den zweiten Tag leitete Dr. Horst Schmidt, Alferrock GmbH, mit einem Vortrag über einen neuen Masserohstoff auf der Basis von Rotschlamm, einem Reststoff der Aluminiumindustrie, ein. Hohe Dichte und Wärmekapazität erlauben die Nutzung für keramische Hochtemperatur-Wärmespeicher. Besonders geeignete Anwendungsfelder stellen die Umwandlung von Strom in Wärme und die Stromspeicherung dar.

Dr. Thomas Wolff, Dinex Deutschland GmbH, berichtete von der Entwicklung eines neuen SiC-Substrats zur Anwendung als Filtersubstrat für Dieselpartikelfilter. Aufgrund der hohen Thermoschock-Stabilität und besonderen Kleinporigkeit seien damit sehr effiziente und haltbare Filter herstellbar.

Besuch der Ausstellung in der Staatlichen Porzellan-Manufaktur Meißen
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Besuch der Ausstellung in der Staatlichen Porzellan-Manufaktur Meißen
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Daniel Hipp, ONEJOON GmbH, erläuterte, wie der Wärmeenergiebedarf von Ofenanlagen durch die Berücksichtigung der Strömungsführung der Brennprozesse sowie ein möglichst hohes Verhältnis von Produkt zu Brennhilfsmittel deutlich reduziert werden kann. Mit dem auf diesen Konzepten beruhenden Schubplattenofen seien deutliche Performancesteigerungen und thermische Energieeinsparungen erzielt worden.

Der Entwicklung der technischen Keramik am Standort Meißen widmete sich Mathias Wilde, Ceramaret GmbH Meißen. Er führte die Teilnehmer durch die Geschichte der Keramikindustrie in Meißen sowie die besonderen Anwendungsgebiete der technischen Keramik.

Im letzten Vortrag erläuterte Dr. Jens Petzold, welche Hürden bei der Umstellung des Brandes auf elektrische Energie bestehen. Er stellte technische Lösungen in Ofenbau und Verfahrenstechnik vor, die bereits jetzt umsetzbar seien und im außereuropäischen Ausland auch genutzt werden. In Deutschland bestehe das Haupthindernis in der fehlenden Verfügbarkeit von preiswerter und CO2-neutraler Energie.

In seiner Abschlussrede dankte Dr. Petzold den Anwesenden und lud sie zum nächsten Eurosymposium am 6. und 7. September 2023 ein.

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