Hartsteinwerke Sooneck: Aus Filterkuchen wird Rheinstein-Ton

Steinbruch Sooneck in unmittelbarer Nähe der Burg Rheinstein (Foto: Hartsteinwerke Sooneck)

Steinbruch Sooneck in unmittelbarer Nähe der Burg Rheinstein (Foto: Hartsteinwerke Sooneck)
Das bislang in der Branche als Filterkuchen bekannte Ton-Schluff-Feinsand-Gemisch aus dem Gestein des Rheinischen Schiefergebirges nennen die Hartsteinwerke Sooneck GmbH nun Rheinstein-Ton. Mit dem neuen Namen will das Unternehmen seine jahrhundertealte Tradition am Rhein und zugleich den hohen heutigen Qualitätsanspruch herausstellen.

Die Umbenennung in Rheinstein-Ton war aus fachlicher Sicht geboten, weil Ton den Charakter des Produktes besser beschreibt als Filterkuchen. Filterkuchen bezeichnet den Rückstand aus zurückgehaltenen Stoffen in einer Kammerfilterpresse. Kammerfilterpressen werden auch bei der Herstellung von Lebensmitteln, beispielsweise beim Winemaking, eingesetzt. Weinhefe beschreibt dort den Charakter des Filterkuchens eindeutig.

Bei der Verwitterung der Gesteine des ca. 400 Millionen Jahre alten Rheinischen Schiefergebirges entstanden im Westerwald durch Erosion mittels Wasser große und vereinzelt am Hunsrück- und Taunussüdrand kleine Tonvorkommen. Diese bestehen aus sehr feinkörnigen Komponenten, überwiegend mit einer Korngröße von unter 0,002 mm. Im Steinbruch Sooneck wird dieser Verwitterungsprozess im Zeitraffer nachvollzogen. Nach dem Sprengen werden die feinsten Fraktionen durch Siebe trocken abgetrennt. In der Nassaufbereitung werden mittels Wasser die Korngrößen von unter 0,002 mm aufkonzentriert, dabei aber auch der Quarzgehalt abgesenkt. Um das Wasser wieder nutzen zu können, wird der Rheinstein-Ton in einer Kammerfilterpresse auf einen für die Kunden optimalen Wassergehalt entwässert und wiederverwendet. Dabei gewährleistet eine fortlaufende Qualitätskontrolle, dass mit dem Rheinstein-Ton ein Produkt für Baustoffe mit den für die verschiedenen Einsatzmöglichkeiten besten Eigenschaften entsteht und zugleich eine Bodenverbesserung erreicht wird.

Dazu Dr. Willem Douw, Betriebsleiter der Hartsteinwerke Sooneck GmbH: „Der Rheinstein-Ton mischt sich wegen seines Kornaufbaus und des Wassergehalts sehr gut mit den weiteren Erden, mit denen die Massen im Mischbett für die Verarbeitung vorbereitet werden. Im Brennprozess spielt der Rheinstein-Ton seinen größten Vorteil aus: Bereits bei niedrigen Brenntemperaturen setzt beim Rheinstein-Ton die Sinterung ein. Dies verleiht den Brennprodukten eine bessere Druckfestigkeit.“

Hartsteinwerke Sooneck GmbH
www.debeijer.de

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