Marcheluzzo Impianti modernisiert Werk Pilar der argentinischen Later-Cer-Gruppe

Die Later-Cer-Gruppe hat den italienischen Anlagenbauer Marcheluzzo Im-pianti mit der Modernisierung ausgewählter Anlagen für ihr Werk in Pilar, Argentinien, beauftragt. Ziel der Investition war die Erhöhung der Produktionskapazität von 800 auf 1300 t/Tag. Dabei sollten die Umbauarbeiten bei möglichst geringen Produktionsunterbrechungen durchgeführt werden. Ausschlaggebend für die Vergabe an Marcheluzzo Impianti waren deren Zuverlässigkeit und der Einsatz modernster Technologien in Verbindung mit innovativen und kundenspezifischen Lösungen.

Marcheluzzo Impianti lieferte eine neue Schneidevorrichtung, die der bereits vor einigen Jahren installierten Anlage entspricht, sodass die Tonstränge nun auf zwei parallelen Extruderlinien gepresst werden können, was eine höhere Auslastung der Strangpressen und damit eine bessere Produktqualität zur Folge hat. Außerdem wurde eine neue Anlage für das Handling der geschnittenen Produkte installiert, die auf einem abgestimmten Kettentransport zur Erhöhung der Produktionsgeschwindigkeit ohne Qualitätsverluste basiert.

Der Trocknerpaletten-Umlauf wurde ebenfalls an die zusätzlich zu transportierenden Mengen angepasst. Zum Lieferumfang gehörte außerdem eine neue Beladeeinheit für die rohen Produkte sowie ein neues Beladesystem der Trocknerwagen. Dieses verfügt über einen Gabelheber, der den Wagen in einem Arbeitsschritt belädt. So werden die notwendige Geschwindigkeit und Effizienz mit sanften, aber sehr schnellen Bewegungen erreicht.

Im Hinblick auf die neuen Leistungsanforderungen hat Later-Cer die Trocknungsanlagen vervielfacht. Marcheluzzo Impianti installierte dafür neue Schiebevorrichtungen am Trocknerein- und -ausgang, neue motorbetriebene Tore und neue Übergabewagen. Letztere sind komplett mechanisch konzipiert und vermeiden so die bekannten Probleme mit der Ölkontrolle in heißen Arbeitsumgebungen. Die Übergabewagen sind für das gleichzeitige Handling von zwei Trocknerwagen ausgelegt. Damit wird die Produktionsleistung erhöht, ohne die Bremswirkung zu beschleunigen, was sich negativ auf die Stabilität der Ziegel auf den Trocknerwagen auswirken könnte. Zum Entladen der Wagen wurde eine neue Anlage eingebaut, ähnlich der Vorrichtung zur Beladung, die den Wagen in einem einzigen Arbeitsschritt komplett entlädt.

Die bestehende Setzanlage wurde teilweise aufgearbeitet und in die neue Hochleistungsanlage integriert, in der die Ofenwagen von zwei Fanuc-Robotern mit jeweils zwei Greifarmen beladen werden. Mit dieser Entwicklung von Marcheluzzo Impianti kann die geforderte Tagesleistung in der gewünschten Zeit erreicht werden.

Laut Arbeitsplan wäre der Einbau von mehreren Robotern notwendig gewesen. Marcheluzzo Impianti entwickelte jedoch eine Lösung, die auf einem Roboter beruht. So sind zwei Roboter auf einer gemeinsamen mobilen Plattform montiert, über die sie bewegt werden können. Ein Roboter bewegt sich in einer Zwischenzone zur Beladung des gesamten Wagens, der andere in einem leicht zugänglichen Bereich, in dem alle notwendigen Eingriffe zur Wartung oder Reparatur vorgenommen werden können, ohne dass der Produktionszyklus unterbrochen werden muss. Alle Bewegungen werden über eine PLC-Steuerung geregelt, um menschliches Fehlverhalten auszuschließen.

Außerdem wurde ein neuer automatischer Greifer geliefert, mit dem die leeren Paletten in einem Lager abgelegt werden. Aus diesem können dann im Bedarfsfall zusätzliche Paletten für Wagen entnommen werden, ohne dass der Produktionsplan von Strangpresse und Setzmaschine geändert werden muss. Durch diese Lösung kann der Betrieb in der Formgebung und in der Beladung der Trocknerwagen für kurze Zeit weiterlaufen, auch wenn die Setzmaschine vorübergehend außer Betrieb ist. Oder aber die Setzmaschine kann weiterlaufen, auch wenn die Strangpresse oder der Aufbereitungsprozess zeitweise angehalten sind. Die vorhandene Entladung für die Ofenwagen wurde von Marcheluzzo Impianti an die neuen Leistungsanforderungen angepasst. Der vorhandene Entladegreifer wurde mit neuen Auslösern in den Motorgruppen versehen, um die Geschwindigkeit zu erhöhen. Die bestehende Verpackungslinie wurde um eine zusätzliche Maschinengruppe ergänzt. Diese besteht aus einem neuen Paketsetzer und einem neuen Übergabesystem zum Transport der übereinandergestapelten Pakete auf den Lagerhof.

Wo möglich, wurden die vorhandenen elektrischen Schalttafeln an die neuen Anforderungen angepasst. Für die neuen elektrischen Steuerungssysteme wurden auch neue Tafeln geliefert.

Das Ergebnis ist ein Werk auf dem neuesten Stand der Mechanik, Elektrik und Elektronik. Für das gesamte Projekt, das in Zusammenarbeit mit der technischen Leitung von Later-Cer entwickelt wurde, kamen die neuesten technischen Lösungen zum Einsatz, die die führende Marktposition des Kunden stärken und doch Raum für Innovation lassen.

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