Einweihung des wasserstoff-befeuerten Herdwagen-Pilot-Ofens im H2TO -Projekt beim Industriepartner KTS Kärlicher Ton- und Schamottewerke Mannheim & Co. KG

In Anwesenheit der Projektpartner sowie von Vertretern der Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Presse wurde am 26.02.2026 der im Rahmen des H2TO-Projekts entwickelte Herdwagen-Pilotofen feierlich eingeweiht. Die Inbetriebnahme des Ofens leitet im Verbundprojekt „Entwicklung einer neuen wasserstoffbasierten Ofentechnologie zur Herstellung tonkeramischer Elemente” im Jahr 2026 eine signifikante Phase zur Vermeidung klimarelevanter Prozessemissionen beim Einsatz fossiler Energieträger ein. Wie der Geschäftsführer Wolfgang Mannheim betonte, ermöglicht der Ofen die notwendige Validierung der festgestellten Potenziale zur Reduzierung der CO2-Emissionen durch den Einsatz von lokal erzeugtem grünem Wasserstoff. Die bisherigen Ergebnisse des Projekts lassen sowohl auf die Möglichkeit einer Prozess-optimierung durch eine signifikante Senkung der Brenntemperatur durch den Einsatz von Wasserstoff als auch auf neue Produktkonzepte schließen. So können die Einflüsse der praxisrelevanten Wasserstoffbefeuerung bis zu 1.300 °C zur Herstellung keramischer Schamotte untersucht und die Konkretisierung der Randbedingungen für die erforderliche Skalierung für den Industrieeinsatz in den Bestandsanlagen eines mittelständischen Keramikproduzenten erfasst werden. Die Bedeutung dieser richtungsweisenden Entwicklung für den Industriestandort, speziell für Rheinland-Pfalz, wurde in den kurzen Ansprachen des Bürgermeisters der Verbandsgemeinde Weißenthurm, Thomas Przybylla, und des Landtagsabgeordneten der CDU, Peter Moskopp, hervorgehoben. Dr. Matthias Schlotmann wies als Geschäftsführer des BKRI Bundesverbandes Keramische Rohstoffe und Industrieminerale e. V. auf die Notwendigkeit eines Zusammenschlusses der Entwicklungen entlang der gesamten Prozesskette der Keramik hin. Dr. Stefan Stückrad, Leiter der Koordinierungsstelle Wasserstoff bei der Innovationsagentur RLP, informierte über die Fördermöglichkeiten und Netzwerkaktivitäten zum Thema Dekarbonisierung. Im Anschluss daran nahm Pastor Günther Vogel die feierliche Segnung des Ofens anläßlich dieses ersten Wasserstoffbrands vor. Ein besonderer Dank galt dem Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR), vertreten durch den Projektbegleiter des Projektträgers DLR Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V., Martin Gries. Das Projekt wird über das Förderprogramm „KlimPro-Industrie – Vermeidung von klimaschädlichen Prozessemissionen in der Industrie“ mitfinanziert.

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