Klinker, Holz, Beton, that‘s it - Ausbildungszentrum in
Gonichem von De Zwarte Hond und Deppe Backstein

Das neue Het Gilde Vakcollege Techniek in Gornichem, das auf Basis eines Entwurfs von De Zwarte Hond entstanden ist, bietet ein modernes und nachhaltiges Lernumfeld. Mehr noch: Es inszeniert sich selbst als Lernobjekt. Von sichtbaren technischen Installationen bis hin zum aufwendig gearbeiteten Mauerwerk regt das Gebäude durch seine Ausführung die Vorstellungskraft der Schülerinnen und Schüler an und dient als Inspiration für die Handwerkerinnen und Handwerker der Zukunft. Nicht zuletzt vermittelt das großvolumige Haus über seine öffenbaren transparenten Fassadenflächen eindrucksvoll Bewusstsein und Verständnis für die praktische Berufsausbildung nach außen. 

 

Technisch, aber persönlich

Mit einer Fläche von rund 10.000 Quadratmetern, auf denen nahezu 800 Schülerinnen und Schüler Platz finden, ist das Het Gilde Vakcollege Techniek die größte Schule für berufsbildenden Sekundarunterricht der Unter- und Mittelstufe (VMBO) der Niederlande. In diesem einzigartigen Lernumfeld liegt der Fokus auf praktischem Unterricht in den Bereichen Installations-, Elektro- und Metalltechnik sowie Transport, Bau, Wohnen und Innenarchitektur. Und obgleich der neue Bildungscampus das hierfür notwendige technische Arbeitsumfeld bietet, herrscht eine persönliche Atmosphäre, in der die Jugendlichen nicht nur für den Beruf, sondern fürs Leben lernen. Ein direkter Kontakt zur Wirtschaft wird durch die Stiftungen „WeTech“ und „CVO-AV“ gefördert, letztere ist im Gebäude selbst ansässig.

Die Räume für den praktischen Unterricht befinden sich im Erdgeschoss und sind als Arbeitsräume eingerichtet, die der Praxis im Berufsalltag möglichst nahekommen. Jeder dieser Räume lässt sich über öffenbare transparente Fassadenelemente mit dem Außenraum verbinden. Im Obergeschoss liegen die Büroräume und die Räume für den Theorieunterricht, die einen eher geschlossenen Charakter besitzen, um die Konzentration zu fördern. Gleichwohl unterstützt die Organisation des Raumprogramms entlang einer mittig angeordneten Straße den Eindruck eines offenen und transparenten Hauses mit freundlicher Ausstrahlung, welche durch die lichte Höhe und den freien Blick bis auf die oberhalb liegende Sheddachkonstruktion unterstützt wird.

 

Großes Haus, aber mit menschlichem Maßstab

Die drei Baukörper auf je rechteckigem Grundriss wurden zueinander verschoben, jedoch mit gemeinsamer verbindender Achse in das bestehenden Campusgelände in Gornichem-Nord integriert. Durch die bewusste Setzung der Gebäudevolumina ist es De Zwarte Hond gelungen, diesem großen Haus einen menschlichen Maßstab zu verleihen und es harmonisch in die vorhandene Struktur einzufügen. Drei Sheddächer verleihen den großmaßstäblichen Baukörpern eine markante Geometrie, sorgen zugleich für einen lichtdurchfluteten Innenraum und bieten ausreichend Platz für PV-Module, über welche das Gebäude energieautark betrieben wird. Zugleich verweist der industrielle Charakter der Dächer auf die technische Lern- und Arbeitsumgebung im Inneren.

Das einer klaren vertikalen Schichtung folgende Innere ist auch nach außen ablesbar. So öffnen sich die Praxisräume im Erdgeschoss über großformatige transparente Flächen nicht nur nach innen, sondern auch nach außen und können auf diese Weise mühelos mit dem Außenraum in Verbindung treten. Im Obergeschoss hingegen fallen die Glasflächen sowohl nach innen als auch nach außen zugunsten der benötigen Ruhe und Konzentration in den Theorieräumen deutlich kleiner aus. Der Bereich der Sheddächer zeigt sich so dann wieder lichtdurchflutet.

 

Monolithisch und dabei so filigran

Die monumentale Anmutung wird durch das massive Mauerwerk unterstützt, in das die Architekten von De Zwarte Hond das Ausbildungszentrum kleideten. „Die violett nuancierten Fassaden erzeugen den gewünschten industriellen Charme“, erklärt Bart van Kampen, Partner bei De Zwarte Hond. „Außerdem haben wir uns für Klinker als Fassadenmaterial entschieden, weil er uns die Möglichkeit bot, handwerkliches Können direkt am Gebäude zu zeigen“, ergänzt van Kampen. Die Klinkermanufaktur Deppe Backstein hat den Wasserstrichklinker 1670ws eigens für dieses Projekt entwickelt. Das spezielle Sonderformat besitzt die Maße 240 x 90 x 40 mm und wurde sehr eng, ohne wirklich sichtbare Lager- und Stoßfugen vermauert. Es entsteht eine ruhige, monolithische Flächenwirkung, jedoch mit textilartiger Anmutung, in welcher der Backstein selbst zur filigranen Struktur wird. „Wir empfinden die Zusammenarbeit mit De Zwarte Hond immer wieder als sehr inspirierend, dürfen wir doch beinahe in jedem ihrer Projekte besondere Formate oder Farben entwickeln und produzieren“, freut sich Dr. Dirk Deppe, Geschäftsführer von Deppe Backstein. In partnerschaftlicher Zusammenarbeit haben De Zwarte Hond und Deppe Backstein schon mit dem Schulneubau „Het Element“ in Amersfoort besonders ausdrucksstarken Fassaden realisiert.

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