Dirk Vandermaelen

Nachruf auf André Charles Vandermaelen

André Charles Vandermaelen wurde 1939 in Everbeek in Belgien geboren, kurz vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs. Seine Kindheit war geprägt von den schwierigen Kriegsjahren und der entbehrungsreichen Zeit danach. Schon früh lernte er auf dem elterlichen Bauernhof, Verantwortung zu übernehmen und hart zu arbeiten. Dort wurden die Werte geformt, die ihn sein ganzes Leben begleiten sollten: Bescheidenheit, Ausdauer, Ehrlichkeit, Respekt vor anderen und die Überzeugung, niemals aufzugeben. Diese Eigenschaften prägten auch seinen beruflichen Weg.

Nach seiner technischen Ausbildung und dem Abschluss als Diplom-Elektroingenieur an der Fachhochschule Mons begann 1962 eine außergewöhnliche internationale Karriere. Bereits beim belgischen Industrieofenbauer Four Industriel Belge sammelte er umfassende Erfahrungen in der Keramik-, Glas- und Ziegelindustrie und baute europaweit ein beeindruckendes Netzwerk auf. Seine Fachkompetenz, seine Zuverlässigkeit und sein persönliches Engagement verschafften ihm das uneingeschränkte Vertrauen seiner Kunden und Vorgesetzten.

Mit seinem Wechsel zum französischen Anlagenbauer CERIC begann der erfolgreichste Abschnitt seines Berufslebens. Dort verband ihn mit dem Generaldirektor Monsieur Mérienne weit mehr als ein professionelles Arbeitsverhältnis. Beide begegneten sich mit größtmöglichem gegenseitigem Respekt und uneingeschränktem Vertrauen. Diese außergewöhnliche Partnerschaft bildete die Grundlage für viele wegweisende Entscheidungen und internationale Erfolge.

In einer Zeit, in der Märkte wie Deutschland als uneinnehmbar galten, gelang es André, durch technisches Können, Beharrlichkeit und seine menschliche Art das Vertrauen namhafter Ziegelhersteller in den Niederlanden, England, Österreich und Deutschland zu gewinnen. Unternehmen wie Meyer-Holsen, Heisterholz, Rupp, Berchtold, Ott, Girnghuber und viele weitere Hersteller in Europa entschieden sich für seine Lösungen – nicht nur wegen der innovativen Technologie, sondern vor allem wegen des Vertrauens, das sie in ihn als Menschen setzten.

Sein Erfolgsgeheimnis war nie Lautstärke oder Selbstdarstellung. Er hörte zu, sprach die Sprache seiner Kunden und begegnete jedem mit Respekt, Ehrlichkeit und Verlässlichkeit. Seine Überzeugung lautete: „Der Kunde ist König. Ich würde niemals eine Lösung anbieten, die ich nicht selbst kaufen würde.“

Aus Geschäftsbeziehungen zu Ziegelherstellern, Partnern und Lieferanten entstanden oft langjährige Freundschaften. Viele Kunden schätzten nicht nur sein technisches Wissen, sondern ebenso seine Bescheidenheit, seine Handschlagqualität und seine Fähigkeit, Vertrauen aufzubauen. Gemeinsam mit seiner Frau und seinen Kindern entstanden Verbindungen, die weit über das Berufsleben hinaus Bestand hatten. Viele dieser Freundschaften begleiteten André bis an sein Lebensende. Noch viele Jahre später sprach er mit großer Freude von den Menschen, denen er auf seinem beruflichen Weg begegnet war. Immer wieder erzählte er von gemeinsamen Erlebnissen, Herausforderungen und Erfolgen – Geschichten, die eindrucksvoll zeigten, wie aus geschäftlichen Kontakten echte Freundschaften wurden. Seine Begeisterung für die Ziegelindustrie war so groß, dass er auch seinen Sohn, Dirk Vandermaelen, sehr früh an diese faszinierende Welt heranführte, seine umfassenden Erfahrungen vermittelte und seine Leidenschaft mit ihm teilte.

Trotz seiner außergewöhnlichen Erfolge stellte André nie sich selbst in den Mittelpunkt. Er sprach stets von der Leistung des gesamten Teams, vom Vertrauen seines Generaldirektors Monsieur Mérienne und von der Unterstützung seiner Familie. Er war überzeugt, dass gerade seine bäuerlichen Wurzeln ihn gelehrt hatten, Menschen mit Respekt zu begegnen und nachhaltiges Vertrauen aufzubauen.

Bis zu seinem Ruhestand Ende 2004 – zuletzt als Industrial Performance Manager Clay Roofing Western Europe bei Lafarge Roofing – blieb er seiner Leidenschaft treu und begleitete darüber hinaus noch mehrere bedeutende Projekte in Europa und Algerien.

Ein Satz beschreibt sein Berufsleben wohl am treffendsten: „Meine Aufgabe war mein Hobby.“

Wer André begegnete, erinnert sich nicht nur an einen außergewöhnlichen Ingenieur, sondern vor allem an einen bescheidenen Menschen, der Brücken zwischen Ländern, Unternehmen und Menschen gebaut hat. Sein berufliches Lebenswerk reicht weit über die von ihm verwirklichten Projekte hinaus. Es lebt in den Beziehungen weiter, die er aufgebaut hat, im Vertrauen, das er gewann, und in den Freundschaften, die er hinterließ. Seine Menschlichkeit und sein Wirken werden unvergessen bleiben.

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