Umfangreiche Werkserweiterung bei De Rijswaard in den Niederlanden

Lingl-Technik steigert den Jahressausstoß von 110 auf 142 Mio. WF-Einheiten

Mit der Erweiterung des Ziegelwerks De Rijswaard in Aalst hat der Maschinen- und Anlagenbauer Lingl aus Krumbach ein Vorzeigeprojekt verwirklicht, das auf großes Interesse der niederländischen Ziegelindustrie stößt. Kurz nach der Fertigstellung der Werkserweiterung tagte die Vereinigung der keramischen Industrie-Fachleute der Niederlande und Belgien und besichtigten die neuen Anlagen von De Rijswaard.

Der Inhaber Atze Blei äußerte sich voller Lob über die Leistungen von Lingl: „Die Spitzenqualität unserer Produkte entspricht den hervorragenden planerischen und technischen Leistungen, die Lingl bei der Erweiterung unseres Werks erbracht hat.“
De Rijswaard zählt zu den Ziegeleien in den Niederlanden, die weichsteingepresste Vormauerziegel herstellen. Den Rohstoff liefert das Delta der Flüsse Rhein, Maas und Waal. Produziert wird nicht auf Bestellung, sondern kontinuierlich auf der Grundlage eigener Marktanalysen.
Das Unternehmen unterhält eine langjährige Partnerschaft mit Lingl, die bereits vom Vater des jetzigen Inhabers, Atze Blei, gepflegt wurde. So installierte der Anlagenbauer bei De Rijswaard im Jahr 2000 eine der größten Setzmaschinen der niederländischen Ziegelbranche mit eindrucksvollen Leistungsdaten: Die beiden Produktionslinien kommen auf eine Stundenleistung von zusammen 44.550 St., ein Ofenwagen fasst jeweils 28.560 St. Ende 2006 führte die Geschäftsleitung von De Rijswaard erste Gespräche über eine umfangreiche Werkserweiterung mit Lingl, im Oktober 2007 unterzeichneten beide Seiten den Ver-trag. Eine der wichtigsten Auftragskomponenten stellt die Simatic S7-Steuerung dar, die eine vollautomatische Produktverfolgung vom Pressen bis zum Versandpaket gewährleistet. Produktionszeit, -menge und -charge können jederzeit auf Knopfdruck abgerufen werden. Die komplette Leistung der Transporteinrichtung musste gesteigert werden, zudem wurden der Trockner umgebaut und der Tunnelofen auf 210 m ausgebaut. Die Konstruktion in der Abteilung Verfahrenstechnik von Lingl dauerte lediglich von Februar bis zur Montagefreigabe im Mai 2008.

Noch während der laufenden Produktion wurden die Ofenhalle verlängert, der Ofenanbau fertig gestellt, das Trocknergebäude überdacht sowie die Fundamente für die neue Trocknerfahrbühne gegossen. Lediglich zwischen dem 1. und 31. August blieb der Ofen kalt und ruhte die Produktion. In diesen wenigen Wochen erhielt der Ofen eine neue Decke und die Innenwände wurden komplett erneuert. Der bisherige Ofen wurde mit dem Ofenanbau zusammengeschlossen und komplett neu ausgerüstet mit Brenneranlage, Rohrleitungen und Ventilatoren. Während des Produktionsstillstands mussten zudem Ofen und Ofenwagenumlauf neu abgestimmt werden: Lingl versetzte Rangier- und Ofenausfahrtbühne, passte sämtliche Transportmittel für die Ofenwagen an, installierte eine neue Trocknerfahrbühne und schloss die 56 m (!) langen Kammern des bestehenden Doppelkammertrockners zusammen, der mit Drehlüfter, Brenner und Rohrleitungen eine neue Ausrüstung erhielt.
Exakt im Zeitplan, erhöhte Lingl nach dem 1. September die Schubleistung nach und nach auf die volle Leistung von 15 Tunnelofenwagen pro Tag, bevor die einzelnen Gewerke einschließlich der Sicherheitsvorkehrungen fertig gestellt wurden. Energieverbrauch und Leistung sowie Qualität der Produkte prüfte das Lingl-Team bei umfangreichen Leistungstests vom 4. bis zum 11. Dezember. Da sämtliche Werte den Anforderungen von De Rijswaard entsprachen, konnte die Werkserweiterung planmäßig innerhalb der vorgesehenen Bauzeit abgeschlossen werden, nicht zuletzt wegen der stets reibungslosen Zusammenarbeit mit den einheimischen Firmen und der kooperativen Unterstützung durch den Auftraggeber De Rijswaard.
„Dass wir unseren Ausstoß nun von 110 auf 142 Mio. St. pro Jahr steigern können, verdanken wir der perfekten Ausführung durch Lingl“, sagte Atze Blei. „Wir konnten uns jederzeit darauf verlassen, dass alle Lieferzeiten und Termine eingehalten werden. Deshalb haben wir uns bei der Werkserweiterung erneut für unseren langjährigen Partner Lingl entschieden.“

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