Pilotprojekt von Lingl bei Wienerberger Bulgarien in Lukovit

Erster Ofen in Modulbauweise

Das Wienerberger Mauerziegelwerk in Lukovit ist mehr als nur ein neues Werk. Lingl entwickelte eine wegweisende Planung für die gleichzeitige Produktion völlig unterschiedlicher Ziegelprodukte. Herzstück des neuen Werks ist der erste Lingl-Ofen in Modulbauweise, den sowohl wärmedämmende Porotherm-Steine als auch Langlochziegel verlassen. Für den Anlagenbauer aus Krumbach ein Pilotprojekt, das nur neun Monate nach Montagebeginn im April 2007 erfolgreich abgeschlossen werden konnte.

Wienerberger wurde bereits 1819 in Wien gegründet und expandierte in den Jahren seit 1987 vom österreichischen Produzenten zum heute weltgrößten Ziegelhersteller mit mehr als 250 Werken.

Steigende Nachfrage und höhere Anforderungen an die Wärmedämmeigenschaf-ten von Ziegeln veranlassten die Wienerberger AG zu einer tief greifenden Entscheidung am Produktionsstandort Lukovit, etwa 120 km nordöstlich der bulgarischen Hauptstadt Sofia: Die beiden im Jahr 2006 erworbenen Ziegeleien wurden als so veraltet bewertet, dass sie abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden sollten.

Bei der Planung war Lingl aufgefordert, eine wirtschaftliche Lösung zu ent-wickeln, die die Produktion zweier gänzlich unterschiedlicher Produkte ermöglicht: des in dieser Region schon bekannten Langlochziegels sowie des hochwärmedämmenden Porotherm-Leichtziegels, den Wienerberger derzeit auf dem bulgarischen Markt einführt. Hierfür entwickelte Lingl eine Maschinenanlage, die dieses Produktsortiment mit minima-
lem Umstellaufwand fabri-
zieren kann. Zwei unter-
schiedliche Abschneiderty-
pen sind auf einer ge-
meinsamen Plattform, die quer verfahrbar ist, montiert. Umstellungen geschehen so vollautomatisch nahezu ohne Zeitverlust. Zwei nachfolgende Setzroboter mit Greiferwechselautomatiken setzen im Fließ-betrieb die nassen Formlinge auf die Trocknerpaletten. Die getrocknete Ware wird ebenfalls von zwei Robotern auf die Tunnelofenwagen gesetzt.

Der gasbefeuerte Tunnel-ofen ist in einer neuartigen Modulbauweise ausgeführt, die die Vorteile der bekannten langlebigen Wand- und Deckenkonstruktion des hundertfach bewährten Lingl-
Ofens mit einer neuartigen Schnellbauweise kombiniert. Der Ofen, der sich äußerlich kaum von einem bekann-
ten Lingl-Ofen unterscheidet, konnte dank der vorgefertigten Wandelemente in einem Bruchteil der normalen Bauzeit aufgestellt werden – ein großer Vorteil in Situationen, bei denen kurze Bauzeiten unumgänglich sind. Zudem bleibt die Baustelle mit deren Aufstellfläche durch die separate Vorfertigung der Module weitgehend frei von Baumaterialien und ist somit sehr gut zugänglich und sauber. Auch ein weiterer Vorteil konnte Wienerberger von der Lingl-Modulbauweise überzeugen: Bei einer Werksverlagerung kann der Ofen durch die angewandte Konstruktion zerstörungsfrei demontiert und die einzelnen Elemente können einfach verfrachtet werden.

Nach dem Brand der Ziegel garantieren zwei Lingl-Roboter die schonende Entladung der Ofenwagen auf zwei Bereitstellbahnen. Die nachfolgenden beiden Stapelroboter bilden die Versandpakete, die schließlich in einer Lingl-Kombi-Pack-Verpackungsmaschine mit Schrumpffolie überzogen werden. Wahlweise können beide Bahnen vorab auch horizontal umreift werden – so entsteht eine bessere Paket-Festigkeit.

Im Werk Lukovit kommt eine komplette Lingl-Maschinensteuerung mit dem PC-basierten Bedienungs- und Visualisierungssystem MBVL zusammen mit einer Simatic S7 zur Anwendung. Deren Merkmale sind einfache Benutzerführung, umfassende Datenarchivierung und schnelle Eingreifmöglichkeiten in die Abläufe. Diese Vorteile sichern die hohe Flexibilität des Werks mit einer Jahreskapazität von 300 000 t gebrannter Produkte.

Lingl hat auch in Bulgarien die Vorteile seiner lösungs-orientierten Arbeitsweise eindrucksvoll bewiesen. Sowohl in der Auslegung der Maschinenanlage als auch bei der Modulbauweise des Tunnelofens hat der Anlagenbauer neue Wege eingeschlagen. Dass diese Tech-
nologien auch im Projekt so erfolgreich umgesetzt wurden, verdankt Lingl u. a. der sehr guten Zusammenarbeit mit dem zuständigen Projektleiter von Wienerberger, Erwin Traupmann, und vielen anderen aus dem Wie-
nerberger-Engineering-Team. Gemeinsame Ziele gemeinsam verwirklichen zum gemeinsamen Nutzen – so versteht sich Lingl als zu-
verlässiger Partner derZiegel-
industrie.

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