Acimac

Italienische Maschinen- und Anlagenbauer steigern Umsatz um 26,2 % 

Die italienischen Hersteller von Maschinen und Anlagen für die keramische Industrie melden für 2011 eine Umsatzsteigerung von 26,2 %. Nach der von Acimac durchgeführten statistischen Erhebung erzielte die Branche einen Umsatz von 1, 738 Mrd. € und konnte damit 94 % der seit 2009 erlittenen ­Verluste wieder auffangen. Mit diesem hervorragenden Ergebnis liegt die Branche an der Spitze aller italienischen Investitionsgüterproduzenten.

Der Aufschwung beruht hauptsächlich auf Exporten, die 79,8 % des Umsatzes ausmachen. Die Internationalisierung des Industriesektors wächst. 2011 produzierten 53 Gesellschaften im Mehrheitsbesitz von italienischen Konzernen (Anteil über 51 %) außerhalb Italiens und erzielten einen Umsatz von 550 Mio. €. In Addition zum in Italien erwirtschafteten Umsatz, kommt die Branche auf einen historischen Rekordumsatz von 2, 297 Mrd. €. Auch auf dem italienischen Markt war ein beginnender Aufschwung spürbar; 2011 konnte mit + 9,2 % abgeschlossen werden.Die Firmenzahl nahm weiter ab, die durchschnittliche Firmengröße zu. Die Zahl der Beschäftigten stieg auf 6 343.

Für 2012 ist Acimac vorsichtig, da das Wachstum in nahezu allen Volkswirtschaften weltweit zurückgeht, auch in Indien und China, betonte der scheidende Verbandspräsident Pietro Cassani. Erste Schätzungen erwarten aber, dass 2012 das Umsatzniveau von Ende 2011 gehalten werden kann. 

Exporte kurbeln die Konjunktur an: + 31,3 %

2011 konnten die italienischen Firmen ihren Anteil auf den internationalen Märkten festigen. Der Mittlere Osten war mit 20,5 % Exportumsatz (284 Mio. €) der größte Absatzmarkt. An zweiter Stelle lag die EU (233,3 Mio. € = 16,8 %), gefolgt von Asien (215 Mio. € = 15,5 %) und Südamerika mit 11,9 %. ­Ostasien (­China, Taiwan und Hongkong) verzeichnete einen Umsatzrückgang von 19,4 % auf 11,8 %. In Osteuropa konnte der Umsatz um 50 % gesteigert werden (8,9    % vom Gesamtexportumsatz), während auf Afrika nur 7,8 % der Exporte fielen. Nordamerika und Ozeanien belegten die letzten beiden Plätze (6,6 % bzw. 0,3 % der Gesamtexporte), zeigten aber dennoch ein starkes Umsatzwachstum (116 % bzw. 321,4 %).

 

Italienischer Markt kommt in Schwung

Mit einem Umsatz von 350,3 Mio. € (20,2 % des Gesamtumsatzes) wuchs der italienische Markt um 9,2 %. Dies bedeutet eine starke Trendwende im Vergleich zu den drei letzten Jahren (-4,6 % im Jahr 2010), wobei die Zahlen immer noch weit unter den Ergebnissen der Jahre vor der Krise liegen (- 28,5 % gegenüber 2008).

 

Weniger Firmen, mehr Beschäftigte

Ende 2011 waren 150 Firmen im Bereich der Herstellung von Maschinen und Anlagen für die keramische Industrie tätig (2010:157). Den stärksten Rückgang (- 11 Firmen) gab es bei kleinen Unternehmen (Umsatz unter 2,5 Mio. €). Die Zahl der Unternehmen mit Umsätzen über 10 Mio. € stieg um 3 auf 19.

Die Zahl der Beschäftigten stieg um 115 auf 6 343. Es gab 27 Geschäftsführer und Firmeninhaber weniger, aber 141 technische und produktionstechnische Fachkräfte mehr. Die Ertragskraft pro Beschäftigtem stieg mit wachsender Firmengröße an.

 

Maschinengruppen: ­Anteile am Gesamtumsatz

Die Umsätze bei den verschiedenen Maschinenarten blieben 2011 stabil und zeigen die Bedeutung dieser Maschinen für den keramischen Produktionsprozess.

Auf Formgebungsmaschinen entfielen 24,4 % des Gesamtumsatzes, gefolgt von Glasur- und Dekorationsmaschinen (17,8 %), Brenntechnologie (15,1 %), Rohstoffaufbereitungsmaschinen (9,7 %), Lager- und Fördermaschinen (8,1 %), Endbearbeitungstechnolo­gie (6,8 %) und Formen (5,7%).

Mit den meisten Maschinentypen wurden außerordentliche Umsatzsteigerungen erwirtschaftetet. Der Umsatz bei Brenn- und Formgebungsanlagen stieg um 58,9 % bzw. 21,7 %, bei Trocknungseinrichtungen um 33,7 %, bei Lager- und Fördertechnologie um 25,2 % und bei Rohstoffaufbereitungsmaschinen um 18,1 %. Mit einer Steigerung um 87,1 % hat sich der durch den Verkauf von Klassierungssystemen erwirtschaftete Umsatz fast verdoppelt.

Die weiteren Maschinentypen verzeichneten ein geringeres Wachstum, insbesondere Formen mit nur 8,2 %, was in ihrer starken Abhängigkeit vom italienischen Markt begründet liegt, der für dieses Produkt um 4,7 % zurückging.

Nur die Maschinen für die Qualitäts- und Prozesskontrolle mussten einen Umsatzrückgang hinnehmen (-72 %), was allerdings angesichts des Booms von 2010 nicht alarmierend ist.

Kundenbranchen

Die Aufschlüsselung des Umsatzes nach Kunden ähnelt den vorangegangenen Jahren. Der größte Anteil am Gesamtumsatz wurde durch Lieferungen in die Fliesenindustrie erwirtschaftet: 80,3 % (80,8 % in 2010). Die Lieferungen stiegen um 25,4 % auf insgesamt 1,396 Mrd. €. Maßgeblich waren Exporte mit 1,089 Mrd. € (+ 28,4 %). Der italienische Markt verzeichnete ein geringeres Wachstum (15,7 %) und lag immer noch um 19,6 % niedriger als 2008.

Der Umsatz aus Lieferungen an die zweitgrößte Kundenbranche, die Ziegelindustrie, blieb mit 135,7 Mio. € und einem Anteil von 7,8 % am Gesamt­umsatz nahezu stabil. Dabei wurde der Umsatz fast ausschließlich durch Exporte erwirtschaftet (86,1 %).

Diese stiegen um 12,1 % und konnten damit den starken Rückgang auf dem italienischen Inlandsmarkt ausgleichen (-32,2 %).

Es folgen weitere verschiedene keramische Maschinen mit 65,2 Mio. €, die zu 88,2 % durch Exporte erzielt wurden, und die Sanitärindustrie mit 61,6 Mio. € (+ 22,5 %).

Maschinen für die Feuer­festindustrie erzielten einen Gesamtumsatz von 51,9 Mio. €, während der Absatz in die Geschirr- und Zierkeramikindustrie (27,4 Mio. €) im Bereich der Exporte eine Steigerung um 62,5 % und auf dem italienischen Inlandsmarkt einen Rückgang um 66 % verzeichnete.

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