Zeichen für eine Erholung des Wohnungsbaus in Deutschland weiterhin zu sehen

Baugenehmigungszahlen 2025 um 10,8 Prozent über 2024

Das Statistische Bundesamt (Destatis) hat mit der Pressemitteilung vom 18. Februar 2025 die Gesamtzahlen genehmigter Wohnungen im Jahr 2025 veröffentlicht. Im Jahr 2025 wurde in Deutschland der Bau von 238.500 Wohnungen genehmigt. Nach vorläufigen Ergebnissen waren das 10,8 Prozent oder 23.200 Wohnungen mehr als im Jahr 2024, als die Zahl genehmigter Wohnungen auf den niedrigsten Stand seit 2010 gesunken war. Damit stieg die Zahl der Baugenehmigungen für Wohnungen, im Neubau sowie durch den Umbau bestehender Gebäude, im Jahr 2025 erstmals seit 2021 wieder an.

Aufwärtstrend bei Ein- und Mehrfamilienhäusern im Jahr 2025

In neu zu errichtenden Wohngebäuden wurden im Jahr 2025 insgesamt 194.200 Wohnungen genehmigt, das waren 13,2 Prozent oder 22.600 mehr als im Vorjahr. Dabei entwickelten sich die einzelnen Gebäudearten unterschiedlich.

So stieg die Zahl der Baugenehmigungen für neue Einfamilienhäuser im Vorjahresvergleich deutlich um 17,2 Prozent (plus 6.500) auf 44.500. Dieser Anstieg gegenüber dem Vorjahresniveau erstreckte sich über das gesamte Jahr 2025. Bei den neu genehmigten Zweifamilienhäusern blieb die Zahl mit 12.600 (minus 1,1 Prozent oder minus 100) dagegen auf dem niedrigen Niveau des Vorjahres. Zusammen machten die im Allgemeinen von Privatpersonen errichteten Ein- und Zweifamilienhäuser 28,8 Prozent der im Jahr 2025 genehmigten Neubauwohnungen aus.

In neuen Mehrfamilienhäusern, der zahlenmäßig stärksten und vorrangig von Unternehmen errichteten Gebäudeart, genehmigten die Bauaufsichtsbehörden 128.100 Wohnungen im Jahr 2025. Das waren 12,1 Prozent (plus 13.900) mehr als im Vorjahr und 64,6 Prozent aller im Jahr 2025 in Deutschland genehmigten Neubauwohnungen. Dieser Anstieg bei den Mehrfamilienhäusern zeigte sich ab der zweiten Jahreshälfte.

Mehr Wohnungsbauvorhaben von Unternehmen und Privatpersonen, weniger von öffentlicher Hand

Rund 95 Prozent der insgesamt 198.100 erteilten Genehmigungen für Neubauwohnungen im Jahr 2025 entfielen auf Unternehmen (108.800 Baugenehmigungen, plus 14,6 Prozent) und Privatpersonen (79.200, plus 14,9 Prozent). Die Zahl der Baugenehmigungen der öffentlichen Hand sank dagegen um 23,2 Prozent oder 2.100 auf 6.900.

 

Baujahr 2025 mit erstem Umsatzplus seit fünf Jahren

Die realen Umsätze des deutschen Bauhauptgewerbes sind im Jahr 2025 preisbereinigt um rund 2,5 Prozent gestiegen, erklärte der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie in einer Pressemitteilung vom 25. Februar. Das sei der erste reale Anstieg seit fünf Jahren. Der Hauptgeschäftsführer des Verbands, Tim-Oliver Müller, sieht damit ein Ende der Baurezession erreicht. Es bestehe die Erwartung, dass sich die Erholung auch im laufenden Jahr fortsetzen werde. Man rechne auch für 2026 mit einem realen Umsatzplus von 2,5 Prozent. Auch die Auftragseingänge haben im Gesamtjahr 2025 real um 6,8 Prozent über dem Vorjahresergebnis gelegen, der Auftragsbestand zum Jahresende sogar um 10,2 Prozent.

Allerdings haben nicht alle Bausparten von der guten Entwicklung bei Umsatz und Auftragseingang profitiert. Laut dem Verband hat sich die Talfahrt im Wohnungsbau auch im Jahr 2025 fortgesetzt. Der Umsatz ist real um 1,5 Prozent zurückgegangen. Der Auftragseingang hat zwar um real 10 Prozent angezogen, aber auf einem sehr niedrigen Niveau, die Unternehmen klagen immer noch über Auftragsmangel. Für 2026 erwartet der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie somit nur ein leichtes Umsatzplus von real 2 Prozent.

 

Geschäftsklima im Wohnungsbau leicht verbessert

Dagegen hat sich die Stimmung im Wohnungsbau zu Jahresbeginn 2026 etwas verbessert. Das Geschäftsklima stieg im Januar von -22,7 auf -20,9 Punkte. Die Unternehmen zeigten sich etwas zufriedener mit ihren laufenden Geschäften. Auch die Erwartungen hellten sich auf.

Davon sei im operativen Geschäft bislang jedoch wenig zu spüren. So stieg im Januar der Anteil der Unternehmen im Wohnungsbau, die von zu wenig Aufträgen berichten, von 47,7 auf 49,8 Prozent. Der Anteil der Firmen, die von abgesagten Bauprojekten berichten, blieb dagegen nahezu unverändert und sank leicht von 11,5 auf 11,1 Prozent.

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