Anspruchsvolle Ziegel für weiche Kanten und runde Ecken

An der Schwelle zwischen der kleinteiligen Struktur des East Village und der großmaßstäblichen Bebauung entlang der Third Avenue in New York markiert 3 St. Mark’s einen neuen, städtebaulich sensiblen Eingang zum Viertel. Der Neubau, entworfen von Morris Adjmi Architects, vermittelt zwischen den unterschiedlichen Maßstäben und Epochen seines urbanen Umfelds – inspiriert von den historischen Reihenhäusern im Osten ebenso wie von den modernen Hochbauten der Umgebung. Durch seine architektonische Haltung nimmt das Gebäude die rhythmische, dichte Bebauung der Nachbarschaft auf und setzt gleichzeitig einen eigenständigen, zeitgenössischen Akzent.

Die Fassade aus tiefbraunem, unregelmäßig strukturiertem Wasserstrichklinker orientiert sich an der traditionellen Mauerwerksarchitektur des East Village und interpretiert diese zugleich auf moderne Weise. Das dunkle Rotbraun des Klinkers erinnert an klassischen Backstein, wie er in vielen historischen Gebäuden der Umgebung zu finden ist, und sorgt für eine verbindende Materialität zwischen Alt und Neu.

Bullnose Bricks: Präzision & Sonderanfertigung

Ein prägendes Merkmal der Fassade sind die speziell geformten Bullnose Bricks (gerundete Formsteine), die in dieser Form für das Projekt entworfen wurden. Diese Sonderziegel umrahmen die Fenster (ein besonderes Anliegen der Architekten), die vertikalen Pfeiler, definieren die weichen Gebäudekanten und betonen besonders die abgerundete Gebäudeecke an der Kreuzung von St. Mark’s Place und Third Avenue. Durch ihre abgeschrägten Kanten erzeugen sie ein Spiel aus Licht und Schatten, das der Fassade eine plastische Tiefe und taktile Qualität verleiht – sie wirken gleichzeitig robust und fein ausgearbeitet.

Die Verwendung dieser maßgeschneiderten Bullnose-Elemente ist nicht nur gestalterisch von Bedeutung, sondern auch technisch anspruchsvoll: Standardziegel besitzen in der Regel klare, rechtwinklige Kanten. Bullnose-Ziegel hingegen müssen individuell gefertigt werden, um gleichmäßige, sanft geschwungene Formen entlang der Fensterbänder und Gebäudekanten zu gewährleisten. Dadurch entsteht ein harmonischer Übergang zwischen Mauerwerk und Fensteröffnungen, der das Erscheinungsbild prägt und die ansonsten senkrechten Fassadenflächen aufbricht.

Herausforderung bei der Herstellung der Bullnose Ziegel

Die Formsteine stellten in der Herstellung mehrere Herausforderungen dar. Zum Beispiel ist die runde Seite die Sichtseite und erforderte eine perfekte Ausbildung. Auch die Eckziegel wurden speziell für dieses Projekt in Zusammenarbeit mit den Architekten entwickelt, die dafür mehrere Entwürfe modelliert haben.

Fassadendetail und urbaner Kontext

Vertikale Pfeiler aus diesen Bullnose Ziegeln strukturieren die Fassade und bilden gemeinsam mit großzügigen Fensteröffnungen ein ausgewogenes Verhältnis von Masse und Transparenz. Die großformatigen Fensterbänder erlauben tiefe Einblicke in die Innenräume und bringen Tageslicht weit in die Büroetagen hinein – ein Charakteristikum moderner Büroraumgestaltung.

Die weich gerundete Gebäudeecke öffnet sich dem städtischen Raum und fungiert als einladender urbaner Knotenpunkt. Diese abgerundete Ecke wird durch die Bullnose-Ziegel besonders akzentuiert und bildet so eine starke, aber dennoch fein differenzierte Geste im Straßenbild.

Terrassen und Schichtung

Drei gestaffelte Terrassen gliedern die oberen Geschosse des Gebäudes und erweitern die Büroflächen ins Freie. Diese Terrassen schaffen nicht nur zusätzliche Aufenthaltsbereiche für Nutzer, sondern erzeugen auch eine horizontale Gliederung der Fassade, die das Bauvolumen in kleinere, menschlichere Abschnitte unterteilt.

Dieses Projekt ist ein Ergebnis der Janinhoff-Gillrath Klinkerkooperation – einer Partnerschaft, die sich in den letzten 20 Jahren entwickelt hat und bereits in verschiedenen Projekten weltweit zum Einsatz gekommen ist.

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