29.09.2009 News: Deutsches Museum - Wiedereröffnung der Bereiche "Technische Keramik" und "Feuerfest-Keramik"

Der Ausstellungsteil „Technische Keramik“ mit dem Teilbereich „Feuerfest-Keramik“ des Deutschen Museums wurde inhaltlich komplett überarbeitet. Der neue, anwendungsbezogene Schwerpunkt soll dem Besucher vermitteln, dass keramische Werkstoffe nicht nur überall in unserem Alltag, sondern auch im Hochleistungsbereich anzutreffen sind. Insgesamt sind sechs Themenbereiche entstanden, die von Haushalt und täglichem Leben bis hin zu Forschung und Entwicklung reichen.

Die Ausstellung Keramik stellt fünf verschiedene Perspektiven der Keramik dar: Keramik in der antiken Welt, Kunst und Keramik, Technische Keramik, Herstellungsprozesse und Ziegelherstellung. Um den erneuerten Ausstellungsteil „Technische Keramik“ möglichst anschaulich zu gestalten, wird das keramische Bauteil – je nach Anwendungsgebiet – im jeweiligen Endprodukt oder aufgeschnitten gezeigt. Eines der Ausstellungshighlights ist dabei die Demonstration eines Wasserhahns, die mit Hilfe einer eingebauten Kamera die Funktionsweise von keramischen Dichtscheiben zeigt. Wenn der Besucher die gewohnten Bewegungen zum Öffnen und Schließen des Wasserhahns durchführt, kann er gleichzeitig auf einem Bildschirm die Bewegungen der keramischen Dichtscheiben verfolgen. Im Themengebiet Medizin ist die erste Hüftgelenkprothese mit keramischem Kopf und Pfanne zu sehen, sowie ein hochmoderner Detektor eines Computertomographs, dessen spezielle UltraFastCeramic dazu beiträgt, dass die Untersuchungszeit für Patienten wesentlich verkürzt wird. Ebenfalls beeindruckend ist das Exponat einer Bremsscheibe aus kohlenstofffaserverstärktem Siliciumcarbid eines Bugatti Veyron. Aus dem Bereich Umwelt und Industrie stammt der Prototyp einer Brennstoffzelle, die in Zukunft Einfamilienhäuser mit Wärme und Strom versorgen soll. Hier sind die komplette Hitzeisolierung sowie wesentliche Bauteile des Herzstücks, die Anode und Kathode der Zelle, aus Keramik.

Feuerfeste Keramiken sind wegen ihrer Hitzebeständigkeit und Standfestigkeit in Industrien, die mit Prozesstemperaturen bis weit über 2000 °C operieren, unentbehrlich. Sie sollen daher als Materialien ins Bewusstsein der Besucher gerückt werden, ohne die die Herstellung der meisten heutigen Werk- und Baustoffe wie Stahl, Zement oder Glas nicht möglich wären, was unter anderem an der Stahlerzeugung aufgezeigt wird. Besonders hervorzuheben ist hier die Präsentation historischer Brennöfenmodelle von Karl Litzow.

„Das Deutsche Museum wird mit der Wiedereröffnung der Technischen Keramik erneut seinem Anspruch gerecht, Wissenschaftlichkeit mit Anschaulichkeit zu verbinden“ freut sich Prof. Wolfgang M. Heckl, Generaldirektor des Deutschen Museums.

Bei der Ziegelherstellung wird derzeit die Großdemonstration, eine Miniziegelei-Modellanlage, welche die Herstellung von Ziegelsteinen vom Rohstoff Ton bis zum gebrannten Ziegel im Kleinformat aufzeigt, aufwändig modernisiert. Das dank vieler Förderer ermöglichte Projekt wird nun mit einer Spende von Siemens in seine letzte Umbauphase eintreten, so dass die Miniziegelei-Anlage bald wieder eröffnet werden kann.

Realisiert wurden die Umbauten des Ausstellungsteils „Technische Keramik“ durch die freundliche Unterstützung  des Verbands der Keramischen Industrie e.V, des Fördervereins Abteilung Keramik im Deutschen Museum München e.V. sowie des Verbands der Deutschen Feuerfest-Industrie e.V.

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