Spanische Ziegel- und Dachziegelindustrie im Jahr 2025 um 5 Prozent gewachsen
Hispalyt, der spanische Verband der Hersteller von Ziegeln und Dachziegeln, hat auf seiner Generalversammlung im Rahmen seines 46. Kongresses vom 11. bis 13. Juni in Bilbao die Bilanz der Branche für das Jahr 2025 sowie deren wichtigste Herausforderungen in den Bereichen Wohnen, Energie und Industrialisierung vorgestellt. So informiert eine Verbandspressemittelung vom 16. Juni 2026.
Daten zum Ziegel- und Dachziegelsektor 2025
Der Präsident von Hispalyt, Pedro Rognoni, stellte die Zahlen des Sektors für das Jahr 2025 vor. Nach den vom Verband erhobenen Daten produzierte die Branche insgesamt 5,7 Millionen Tonnen Ziegel, was einem Anstieg von 4,6 Prozent gegenüber 2024 entspricht. Zudem belief sich der Umsatz auf 755 Millionen Euro, was einem Anstieg von 5,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Diese Ergebnisse bestätigen, so Rognoni, den Wachstumstrend der Branche, der durch die zunehmende Bautätigkeit und die steigende Nachfrage nach industrialisierten, nachhaltigen und energieeffizienten Baulösungen angetrieben wird.
Auch die Zahl der Beschäftigten stieg im Vergleich zum Vorjahr um 2,0 Prozent auf 4.975 Arbeitnehmer. Besonders hervorzuheben sei das Wachstum bei der Beschäftigung von Frauen, deren Zahl auf 680 stieg – 9,7 Prozent mehr als im Vorjahr –, wodurch der Frauenanteil auf 13,7 Prozent der Gesamtbelegschaft anstieg.
Dieser Anstieg aller Branchenmesswerte ereignete sich, obwohl im vergangenen Jahr die Zahl der registrierten Unternehmen von 130 auf 125 zurückging.
Die Entwicklung des letzten Jahrzehnts verdeutliche, so Rognoni, den tiefgreifenden Wandel, den die Branche durchlaufen hat. Seit 2014 stieg die Produktion um 46,2 Prozent, der Umsatz um 115,7 Prozent und die Beschäftigung um 38,2 Prozent, während sich die durchschnittliche Unternehmensgröße vervielfacht hat, was einen Prozess der Modernisierung, der Unternehmenskonzentration und der Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit widerspiegelt.
Zudem erreichten die Exporte der Branche 95,4 Millionen Euro, 120 Prozent mehr als im Jahr 2014. Diese Daten zeigen eine Stabilisierung der Exporttätigkeit und deuten auf eine allmähliche Erholung der internationalen Märkte hin.
Der Präsident von Hispalyt bewertete diese Zahlen positiv. „Angesichts dieser Daten können wir sagen, dass die Branche bei ihren wichtigsten Wirtschafts- und Produktionsindikatoren eine positive Entwicklung verzeichnet. Das festigt deren in den letzten Jahren eingeleitete Erholung und stärkt ihre Rolle als strategische Industrie zur Deckung der steigenden Nachfrage nach Wohnraum und Sanierung“, erklärte er.
Entwicklung des Wohnungsmarktes in Spanien
Pedro Rognoni analysierte die Daten zum Wohnungsbau und die aktuellen Herausforderungen in diesem Bereich. Die Prognosen für die Baubranche zeigen ein moderat optimistisches Wachstum mit Schätzungen von bis zu 4,1 Prozent für 2026 und 4 Prozent für 2027.
Die Daten für 2025 belegen das anhaltende Wachstum der Bautätigkeit, das in den letzten Jahren eingesetzt hat. Die Zahl der Baubeginne erreichte den höchsten Stand seit der Finanzkrise, während die Zahl der Baugenehmigungen weiterhin eine positive Entwicklung verzeichnet.
Diese Ergebnisse spiegeln die Stärke der bestehenden Nachfrage nach Wohnraum in Spanien wider und zugleich die Notwendigkeit, das Angebot zu erhöhen, um eine Problematik anzugehen, die zu einem der wichtigsten sozialen und wirtschaftlichen Anliegen des Landes geworden ist.
Laut Rognoni sind die Aussichten für 2026 weiterhin günstig und deuten auf eine erneute Ausweitung der Bautätigkeit hin. Er betonte jedoch, dass es unerlässlich sei, dieses Wachstum mit einem entschiedenen Bekenntnis zu Bauqualität, Energieeffizienz und Nachhaltigkeit der Gebäude einhergehen zu lassen. „Wir bei Hispalyt vertreten die Ansicht, dass es nicht ausreicht, mehr Wohnungen zu bauen; es ist notwendig, bessere Wohnungen zu bauen. Effizientere, sicherere, nachhaltigere und langlebigere Wohnungen.“
Dekarbonisierung und Energieinfrastrukturen
Eine der großen Herausforderungen der Keramikbranche ist die Dekarbonisierung der Produktionsprozesse. Die Ziegel- und Dachziegelindustrie hat sich zur Dekarbonisierung durch die Elektrifizierung von Prozessen verpflichtet, doch die neuen europäischen Klimaziele erfordern eine weitaus tiefgreifendere Umgestaltung der bei der Herstellung genutzten Energiesysteme.
Hispalyt hat eine Studie über die für die Dekarbonisierung der Ziegel- und Dachziegelindustrie erforderlichen Energieinfrastrukturen erstellt. Diese kommt zu dem Schluss, dass der wichtigste Weg zur Dekarbonisierung kurz- und mittelfristig in der Elektrifizierung der thermischen Fertigungsprozesse liegen wird, da andere Energiealternativen noch erhebliche Einschränkungen hinsichtlich Verfügbarkeit, technologischer Reife oder Kosten aufweisen.
Die durchgeführten Analysen zeigen jedoch, dass die derzeit verfügbaren Strominfrastrukturen nicht ausreichen, um den Bedarf zu decken, den diese Transformation mit sich bringen wird.
Aus diesem Grund hat Hispalyt gegenüber den spanischen Behörden die Notwendigkeit betont, die erforderlichen Investitionen in die Energienetze zu planen und umzusetzen. Für weitere Fortschritte bei der Emissionsreduzierung seien ausreichende erneuerbare Energien, geeignete Infrastrukturen und Rahmenbedingungen unerlässlich. Laut dem Präsidenten von Hispalyt „hängt die Dekarbonisierung nicht allein vom Willen der Industrie ab. Sie erfordert auch, dass die dafür notwendigen Energieinfrastrukturen im gleichen Tempo ausgebaut werden wie die regulatorischen Anforderungen.“
