Möglichkeiten zum Einsatz von Synthesegas als ­Energiequelle zur Schonung natürlicher Ressourcen

Als Energieträger für das Brennen von Ziegeln wird in Europa üblicherweise Erdgas eingesetzt, während in Asien überwiegend mit Kohle gebrannt wird. Aufgrund des hohen Energiekostenanteils bei der Herstellung von Ziegeln wird nach möglichen alternativen Brennstoffen gesucht. Ihr Einsatz kann auch eine Möglichkeit bieten, die mit der Verbrennung von Kohle einhergehenden Emissionen zu vermindern. Der Einsatz alternativer Brennstoffe scheiterte bis dato meist an der Verfügbarkeit, der Handhabbarkeit als Festbrennstoff oder am Preis.

Die Verwendung von Synthesegas (Syngas) wird deshalb als mögliche Alternative gesehen. Syngas kann durch die pyrolytische Behandlung jedes beliebigen, organische Bestandteile beinhaltenden Stoffes (Biomasse, Abfall) erzeugt werden und ist somit eine geeignete „erneuerbare Energiequelle“. Die Vergasungstechnologie ist allgemein eine etablierte Technologie. Der Einsatz von Synthesegas aus der Thermolyse von Abfällen oder Reststoffen für das Brennen von Ziegeln war jedoch bisher wenig erprobt. Er bietet aber im Gegensatz zur klassischen Vergasung den Vorteil, dass das entstehende Gas deutlich höhere Heizwerte aufweist, da der Prozess gänzlich ohne Luft betrieben wird und somit die aus der Luft anfallende, energetisch inerte, Stickstofffracht entfällt. Für das Brennen von Ziegeleiprodukten kann die geänderte Zusammensetzung des Brennstoffs unter Umständen Einfluss auf das Endprodukt ausüben. Das gilt insbesondere bei Dachziegeln, da Qualität und Farbe glasierter Dachziegel stark von der Ofenatmosphäre beeinflusst werden.

Im Vortrag werden Ergebnisse aus einem Forschungsvorhaben dargestellt, sowohl die technischen Resultate als auch die genehmigungsrechtliche Situation.

Eckhard Rimpel, Institut für Ziegelforschung Essen e.V., Essen, Deutschland

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