Brick Award von Wienerberger zum 12. Mal vergeben
Von einem vietnamesischen Tempel bis hin zu einer mexikanischen Tequila-Fabrik: Die große Vielseitigkeit und Schönheit von Baumaterialien aus Ziegel und Keramik wurde von weltweit führenden Architekten und Designern bei der Verleihung des Brick Award 26 in Wien am 11. Juni 2026 gewürdigt. Das teilt der Baustoffkonzern Wienerberger mit Pressemitteilung vom 12. Juni.
Der Brick Award wird seit 2004 alle zwei Jahre verliehen. Die von Wienerberger ausgerichtete, herstellerunabhängige Auszeichnung würdigt Ziegel und Keramik als zeitlose Materialien für innovative und zukunftsweisende Architektur.
Der Preis wird in fünf Kategorien verliehen: „Feeling at home“ (Einfamilienhäuser und kleine Projekte); „Living together“ (städtische Wohnanlagen); „Working together“ (Gewerbe- und Industriegebäude); „Sharing public spaces“ (öffentliche Gebäude und Räume); und „Building outside the box“ (Innovation). Zudem wird ein Hauptpreis für jenes Projekt vergeben, das von der international renommierten Jury als herausragendes Beispiel der Architekturkunst ausgewählt wurde. Darüber hinaus hat die Jury in diesem Jahr erstmals beschlossen, einen Sonderpreis an ein Projekt zu vergeben, das die Idee der Nachbarschaft neu definiert.
Vietnam - Đao Mãu-Tempel und Museum
Der diesjährige Grand Prize ging an den Đao Mãu-Tempel und das Museum in Soc Son in Vietnam, Gewinner der Kategorie „Sharing public spaces“. Der Entwurf von ARB Architects für den Künstler Xuân Hinh lässt sich von tief verwurzelten Traditionen inspirieren und verbindet spirituelle Ästhetik mit dem zeitgenössischen Leben, um auf dem 5.000 m² großen Gelände ein Gefühl der Gelassenheit zu schaffen. Das CO2-negative Projekt verwendete rund sechs Millionen Tonziegel aus über 500 lokalen Häusern und schuf so eine einzigartige und ehrwürdige Verbindung zu den Menschen der Region.
Spanien - Ca na Birgit
Die Kategorie „Feeling at home“ gewann Ca na Birgit (Birgits Haus), entworfen von TEd‘A arquitectes. Das auf den Klippen von Ses Penyes Rotges im Westen Mallorcas aus lokal gewonnenem Ziegelstein erbaute, offen gestaltete Einfamilienhaus umfasst eine bebaute Fläche von nur 194 m². Der Entwurf geht sensibel auf die Anforderungen des lokalen Klimas und der Umgebung ein und reagiert gleichzeitig einfallsreich auf die durch den Standort auferlegten Einschränkungen. Einerseits sollte das Haus den Blick auf das Meer freigeben, andererseits sollte es vor den Blicken der Nachbarn geschützt sein. Das Projekt basiert auf einem Gestaltungsansatz, der beide Probleme löst: Er definiert zwei tiefe, parallel zu den Nachbargrundstücken verlaufende Wände, die den Meerblick rahmen und gleichzeitig Privatsphäre bieten.
Spanien - Social Atrium
Peris+Toral Arquitectes gewannen den „Living together“-Preis für ein gemischt genutztes Gebäude in Barcelona, Spanien, mit 54 Wohnungen. Der innovative Charakter des Entwurfs zeigt sich in einem klimabewusst gestalteten „Social Atrium“, das die Sozialwohnungen mit den Einrichtungen im Erdgeschoss verbindet. Neben der Schaffung eines einladenden Gemeinschaftsraums sorgt der im Innen- und Außenbereich verwendete, biomassegebrannte Ziegel dafür, dass das Gebäude im Winter warm bleibt und im Sommer kühl sowie gut belüftet ist.
Mexiko - Lager- und Bürokomplex für Tequilahersteller Clase Azul
Der „Working together“-Preis ging an La Hacienda Jalisco in Mexiko von ATELIER ARS. Der Lager- und Bürokomplex für den Tequilahersteller Clase Azul verwendet lokale Keramik sowie Steinmaterial aus dem Aushub der Baustelle, um die Gebäude in ihrer vulkanischen Topografie zu verankern. Von Osten betrachtet erscheint das Gebäude dank eines mit traditionellen Tonelementen gedeckten Daches wie ein „keramischer Horizont“, der es physisch mit dem Boden verbindet, eine topografische Beziehung zum Gelände herstellt und die Grenzen zwischen Architektur und Landschaft verschwimmen lässt.
China - Endless Brick Playground/Unendlicher Ziegelspielplatz
„Endless Brick Playground“, der Gewinner der Kategorie „Building outside the box“, war streng genommen kein reines Architekturprojekt, sondern vielmehr das Ergebnis des Kurses „Grundlagen des Mauerwerks“ für Studierende im ersten Jahr an der School of Architecture der China Academy of Art in Hangzhou. Über einen Zeitraum von fünf Wochen hatten die Studierenden die Aufgabe, eine Konstruktion einzig aus roten Ziegeln zu entwerfen und umzusetzen. Zwischen 2014 und 2024 haben fast 80 Studierende am Bau dieses Geländes mitgewirkt und insgesamt 48 Ziegelkonstruktionen errichtet, wobei die Studierenden jährlich darüber abstimmen, einige frühere Werke abzubauen, um Platz für neue Kreationen zu schaffen. Bis Ende 2024 zeigten die 26 im „Endless Brick Playground“ erhaltenen Konstruktionen unzählige Möglichkeiten formaler und räumlicher Gestaltung.
Belgien - soziales Projekt zur innerstädtischen Nachverdichtung in Kortrijk
Darüber hinaus entschied die Jury, einen Special Prize an ein innovatives Konzept für gemeinschaftliches Wohnen zu vergeben. Dieses soziale Projekt zur innerstädtischen Nachverdichtung in Kortrijk, Belgien, interpretiert ein Wohnviertel mit 54 Häusern als zeitgemäße Gartenstadt neu, fördert stärkere Verbindungen zwischen den Bewohnern und der umgebenden Natur und stärkt zugleich soziale und ökologische Bindungen. Die Architektur ist von Wiederverwendung geprägt: Wiedergewonnene Ziegel und Dachziegel bilden Fassaden, die die Verfügbarkeit, Geschichte und den Charakter der Materialien widerspiegeln. „Selbst nach mehr als 30 Jahren in dieser Branche inspirieren mich die unglaublichen Innovationen, die die Verwendung von Ziegel- und Keramikmaterialien auf ein neues Niveau heben, immer wieder. Die diesjährigen Gewinnerprojekte zeigen die Vielseitigkeit dieser zeitlosen Materialien, mit denen sich die drängendsten Herausforderungen des Klimawandels und des modernen Lebens bewältigen lassen. Gleichzeitig schaffen sie Räume von hoher gestalterischer Qualität und besonderer Schönheit für ihre Nutzerinnen und Nutzer“, sagt Heimo Scheuch, CEO von Wienerberger.
Die Gewinner des Brick Award 26 wurden von einer internationalen Jury aus führenden Persönlichkeiten der Architektur- und Designbranche aus einer Shortlist von 50 Projekten aus 21 Ländern ausgewählt. Die diesjährigen Jurymitglieder waren:
Gabriela Carrillo, Mitbegründerin von Colectivo C733
Christine Conix, Mitbegründerin von Conix RDBM
Eduardo Mediero, Mitbegründer von HANGHAR
Jens Linnet, Mitbegründer von BOGL
Traudy Pelzel, Mitbegründerin von MAP studio
Die Jury bewertet innovative Design- und Architekturkonzepte, den gekonnten und innovativen Einsatz von Ziegel- und Keramikmaterialien sowie die architektonische Qualität in Bezug auf Ästhetik, Form und Gestaltung des Projekts. Daneben finden Nachhaltigkeit, Klimaresilienz, Energieeffizienz und bezahlbares Wohnen besondere Beachtung, ebenso wie die Eignung des Projekts für seinen Verwendungszweck, die Gebäudetypologie und den kulturellen Kontext.
Alle Gewinnerinnen und Gewinner erhalten eine maßgefertigte Keramiktrophäe, und der Grand Prize-Gewinner erhält ein Preisgeld in Höhe von 7.000 Euro. Alle anderen Gewinner einer Kategorie werden mit 5.000 Euro ausgezeichnet. Sämtliche Gewinner sowie die nominierten Projekte der Shortlist werden zudem im Brick Book 26 präsentiert.
